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Ob Körnerfreak oder Steakverehrer – Grundprinzipien für die richtige Ernährung des gesunden Menschen nach Bircher

Das mit dem Bircher-Müesli war natürlich längst nicht alles, was ich in dem großen Wälzer fand. Zumindest die Grundlagen einer gesunden Ernährung möchte ich jedoch niemandem vorenthalten. Deshalb heute noch einmal: Bircher und seine Ansichten:
1) Zu jeder Mahlzeit gehört Obst, wenn möglich frisch
2) Einmal täglich eine Rohsalatplatte mit maximaler Berücksichtigung des Grünblattes.
3) Basische Nahrungsmittel sollten mehr verzehrt werden als saure.
4) Frischobst, Salate, basenreiche gekochte Gemüse, Kartoffeln und Vollkornbrot sollten Hauptbestandteil der täglichen Nahrung sein.
5) Säureüberschüssige Nahrungsmittel (Fleisch, Fisch, Geflügel, Eier, Käse, Hülsenfrüchte, Teigwaren, Reis nur mit basenreichen Nahrungsmitteln zusammen essen.
6) Säurereiche Nahrungsmittel sollten immer nur Beigabe, nie Hauptanteil des Essens sein.
7) Fleisch oder Fisch nur ein bis zweimal in der Woche essen.
8) Nie mehr als einen Viertelliter Milch täglich trinken.
9) Brot zum Frühstück oder Abendessen. Mittags nicht.
10) Wird die Ernährung mit Überschuss an Basen umgestellt, vermindert sich das Bedürfnis nach Zucker.
11) Kaffee, Schwarztee und Schokolade sind Reizmittel wie Alkohol und Nikotin.
12) Fisch, Geflügel, Spargeln und Erdnüsse fördern sehr stark die Bildung von Harnsäure.
13) Konserviertes Essen (auch Marmelade) nur in Notzeiten gebrauchen.
14) Obst- und Gemüsesäfte sind Nahrung und keine Getränke. Schluckeweise zu sich nehmen.
15) Jede Nahrung gut einspeicheln, gut kauen und langsam essen.
16) ist die Nahrung richtig zusammengesetzt, sind keine Getränke dazu notwendig.
17) Keinen Menschen zum Essen zwingen.

Wenn ich da an meine Kindheit denke…!

Das war’s für heute…

Raffael

Kategorie Allgemein, Heilpraktiker, Raffael | 0 Kommentare » veröffentlicht am 19. Februar 2009

Zurück zu den Ursprüngen: Das gute alte Bircher-Müesli

Am Samstag schlenderte ich auf dem Flohmarkt in Basel umher und fand ein wunderschönes 500-Seiten Werk über „Leben und Ernährung“ von Hedy Bircher-Rey und Dr. med. Franklin Bircher-Rey.
Ich las mich ein und war beeindruckt von den vielen interessanten Ideen, welche diese beiden Menschen zur Rohkost-Ernährung beisteuerten.
Das Buch ist aus dem Jahre 1946. Es ist erstaunlich, was damals schon alles gewusst wurde und seither einfach wieder in Vergessenheit geraten ist.
Über das echte Bircher-Müesli schreiben sie:

Das Bircher-Müesli ist eine Früchtespeise. Sein Hauptbestandteil sind 150 Gramm reife, erstklassige Früchte der Saison.
Alles andere ist Beigabe bzw. Sauce.

Die Sauce besteht aus einem Esslöffel Rahm, einem Esslöffel frisch gepresstem Zitronensaft und einem gestrichenen Esslöffel rohe Vollkorn-Haferflocken sowie aus 3 bis 9 Esslöffeln Wasser .
Die Wasserzugabe ist abhängig vom Saftgehalt der Frucht. Bei einem frischen Apfel genügen 3 Esslöffel Wasser. Bei einem gelagerten Apfel müssen es dann bis zu 9 Esslöffeln sein.
Das Müesli muss in der Endkonsistenz breiig sein.
Äpfel werden geraspelt, Beeren zerdrückt, Steinobst püriert.

Die frischen Früchte sollen unmittelbar vor dem Verzehr des Müesli zubereitet werden. Der Vitamingehalt sinkt sonst durch Oxydation mit der Luft minütlich.

Die Menge an Haferflocken sollte auf den gestrichenen Esslöffel begrenzt sein. Ansonsten wird das Müesli schwer verdaulich.

Als ich heute im Edeka nach Hafervollkornflocken suchte, musste ich mich durch ca. 20 Sorten fertige Müesli-Kreationen kämpfen: Mit Nüssen, Rosinen, Schokoraspeln etc. etc.
Seit ich dieses Buch gelesen habe, weiß ich – hat alles mit dem echten Bircher-Müesli nichts zu tun.
Immerhin – ich fand nach langem Suchen Hafervollkornflocken – und sonst gar nichts.
Guten Appetit!

Raffael

Kategorie Raffael | 0 Kommentare » veröffentlicht am 17. Februar 2009

Gesund und fit mit Heilpflanzen – Buchstabe N

Der Buchstabe N des Heilkräuter-Ratgebers von Raffael steht heute im Mittelpunkt. Alle vorhergehenden Buchstaben finden Sie in den vorhergehenden Artikeln sowie in der Rubrik Heilpflanzen. Die Anleitung zu diesem Ratgeber, der keinerlei Ansprüche auf Vollständigkeit erhebt, finden Sie im Artikel für den Buchstaben A.

Nachgeburtshilfe
Die Hauptwirkstoffe der Schafgarbe sind Gerbstoffe, Bitterstoffe, Kieselsäure und Mineralien. Schafgarbe hilft, nach der Geburt zur Verbesserung der Rückbildung. Sitzbäder und Hautauflagen sind gut. (H)

Die Brennessel (Urtica urens) ist vorbeugend gegen Nachgeburtsblutungen. (H)

Die Tinkturen der frischen Pflanze des Hirtentäschel (Capsella bursa-pastoris) helfen bei der Stillung heftiger Blutungen während der Geburt (40 Tropfen Tinktur unter die Zunge geben.). Sie ist rückbildungsfördernd nach Geburten.

Nahrung
Sollte Sie in Ihrem Garten nur Platz für eine Frucht haben, dann reservieren Sie ihn für die schwarze Johannisbeere, weil sie am meisten Vitamin C enthält. Allgemein heißt es von Johannisbeersaft…, er sei ein Elixier für ein langes Leben.
Die schwarze Johannisbeere hat den Vorteil, dass ihr Vitamin C sich bei den verschiedenen Zubereitungsarten nicht zersetzt.

Leider ist es das Schicksal aller Früchte, dass ihre Schale, die früher das Beste an ihnen war, heute, infolge der Behandlung mit chemischen Präparaten, gefährlich geworden ist. (M)
Haben Sie Vertrauen zu den hässlichsten Äpfeln, denn sie sind wenigstens nicht chemisch behandelt worden.

Sie sollten auch gewisse Braten, wie Geflügel und Wild mit Weintrauben umlegen… Die Trauben lösen Fette und erleichtern die Verdauung. (M)

Auch das Blatt der Weintraube ist ein hervorragendes grünes Gemüse, das reich an Vitaminen ist und nicht nur köstliche griechische Spezialitäten zieren sollte. (Mensch) sollte Gemüse daraus kochen und wie Spinat essen. (M)

Heute ist es gar nicht mehr leicht, alle Heilpflanzen zu finden, die (mensch) brauchen könnte.
Daher schlage ich vor, dass sich jede/r ihren/seinen eigenen Vorrat an Heilkräutern anlegen sollte. Es genügt, einige von ihnen im eigenen Garten zu ziehen, andere auf den Feldern zu sammeln oder sie sich von befreundeten Bauern schicken zu lassen.
Sammelt (mensch) die Pflanzen selbst, weiß (mensch), woher sie kommen und dass sie frisch sind.
Selbst getrocknet, kann (mensch) sie nicht ewig aufbewahren. Sie nutzen sich ab und verlieren viele ihrer guten Eigenschaften…
Alte Lagerbestände an staubigen Pflanzen zu vertreiben, grenzt an Häresie…
Pflücken Sie die Heilkräuter Ihres Gartens und Ihrer Felder, anstatt Päckchen voll unbekannter Pflanzen zu kaufen. Durchwandern Sie das Land, klettern Sie auf Hügel, aber pflücken Sie ja nichts am Rande von Verkehrsstraßen, wo die Pflanzen durch Autoabgase garantiert vergiftet sind.
Versuchen Sie nicht, ausländische Pflanzen zu akklimatisieren, sie werden im fremden Land nicht glücklich sein; nur glückliche Heilkräuter können auf andere Wesen einwirken und ihre Eigenschaften mitteilen…
Wenn Sie diese Voraussetzungen beachten, kann Ihr buntes Wiesenstück eine wunderbare Hausapotheke für Sie werden.
Das Pflücken der Pflanzen ist eine Kunst, die Fingespitzengefühl und Geduld erfordert, denn das Grundprinzip besteht darin, Blüte, Blatt oder Wurzel zu jener Stunde, an jenem Tag, oder zu jener Zeit zu pflücken, wo ihre Wirkstoffe den Höhepunkt erreicht haben. Das nennt (mensch) die Balsamzeit der Pflanzen.
Wollen Sie mit Heilpflanzen umgehen, müssen Sie sie zuerst einmal lieben und nichts tun, was sie verletzt oder ihnen wehtut. Zupfen Sie die Blättchen mit der Hand ab. Messer und jede Berührung mit Metall sind ihnen unangenehm.
Mischen Sie sie mit weiten Armbewegungen durcheinander, damit sie Luft bekommen.
Reiben Sie die Wurzeln vorsichtig, damit die getrocknete Erde abfällt.
Pulverisieren Sie die getrockneten Gräser in die Hand und nicht auf dem Hackbrett. Sie werden Ihnen diese gute Behandlung danken!
Freunden Sie sich mit Ihnen an, lernen Sie sie kennen und verstehen. Die Freundschaft der Pflanzen ist nicht leicht zu gewinnen.
Bei der geringsten brutalen Berührung verschließen sie sich.
Wenn Sie aber einmal ihre Freundschaft gewonnen haben, dann ist sie dauerhaft.

Bei Mahlzeiten dekoriert (mensch) büschelweise mit Petersilie. Das führt automatisch dazu, dass niemand davon nimmt. Das ist ein grober Fehler. (Mensch) muss die Petersilie winzig klein hacken, damit jeder davon isst!
Petersilie ist eines der wichtigsten Nahrungsmittel und hat die meisten Vitamine! Vergessen Sie auch den Kerbel nicht, ihren Bruder.

Meine Großmutter Sophie servierte stets Petersilietee im Anschluss an üppige Festessen. Dies wirkte sich für unsere Verdauung immer äußerst günstig aus. (M)

Machen Sie also aus dem Thymian und dem Quendel – dem wilden Thymian – eine tägliche Hygienie. Vergessen Sie nie das Thymianstengelchen in Ihrem grünen Kräuterbüschelchen, das Sie für Suppen und Ragouts verwenden. Streuen Sie Thymianpulver in alle Füllungen, Marinaden und über gegrilltes Fleisch.
Haben Sie sich niemals gefragt, wie mehrtägig mariniertes Fleisch seine Frische behalten konnte zu Zeiten, wo es noch keine Kühlschränke gab?
Das in der Marinade schwimmende Thymianstengelchen stand Wache: die Mikroben machten kehrt.
Trinken Sie aber Thymian auch als Tee. Mit Honig gesüßt, schmeckt dieser Tee herrlich.

Gewisse Honigsorten aus dem Süden haben einen hohen Rosmaringehalt und bewahren alle seine Qualitäten.

Wie mit Thymian, so kann (mensch) auch mit Rosmarin gut Tee bereiten: eine Prise pro Tasse genügt, um einen wohlschmeckenden und wohltuenden Tee zu bereiten, von dem (mensch) mehrmals täglich trinken sollte.

Für die Feinschmecker kann ich Rosmarinwein empfehlen. Lassen Sie 50 Gramm Rosmarin in Ihrem besten Bordeaux einige Tage ziehen und trinken Sie zu jeder Mahlzeit ein Glas. Das ist besonders stärkend.

Salbei hat seinen Platz in der Küche und schmeckt wunderbar in Saucen und zu gegrilltem Fleisch. Von allen Aromaten hat er den stärksten Duft und gehört daher zu fadem Fleisch, Schwein und Speck, wobei er nebenbei noch eine problemlose Verdauung garantiert.

Der Lorbeer gehört immer noch ins traditionelle Bouquet aromatischer Kräuter, mit denen feine Speisen gewürzt werden. Auf dem Land verwendet (mensch) ihn auch beim Räuchern von Schinken. Ein mächtiges Feuer aus Lorbeerzweigen im Kamin, und der darüber baumelnde Schinken ist mit dem Duft imprägniert. Dadurch wird er außerdem haltbarer, denn der Lorbeer wirkt antiseptisch. Er gehört außerdem in alle Marinaden, da er eine gute Konservierung garantiert. (M)

Stecken Sie ein paar Blättchen Basilikum ins Innere einer Ente und Sie garantieren die absolut sichere Verdaulichkeit. (M)

Essen Sie Ihr Huhn mit Estragon (ein Stengelchen gehört ins Innere eines Brathuhns). Sie werden es mit Genuss essen und gleichzeitig, während ihr Appetit angeregt wird, Ihren Magen und Ihren empfindlichen Darm beruhigen.

Estragon in einer Flasche Essig macht sich ebenfalls sehr gut. Der Estragon gleicht die vom Essig erzeugte Magensäure wieder aus. (M)

In allen Ländern der Erde kennt (mensch) die verschiedensten Arten der Zubereitung von Minze. Die Araber mischen sie in den Tee, die Asiaten essen die frischen Blätter als Salat und in ihren Frühlingsrollen, die Nordamerikaner tun ein Stengelchen in ihre Lieblingscocktails, die Engländer hacken Minze in die Sauce, und die Franzosen trinken sie hauptsächlich als Tee.
Haben Sie frische Minze zur Verfügung, so empfehle ich Ihnen, anstatt Estragon ein paar Minzenblättchen in ihre Salate zu tun, das schmeckt köstlich. (M)

Vielleicht neigen Feinschmecker zu einer Minzcreme, die köstlich ist und ebenfalls verdauungsfördernd wirkt.

Die Blätter der Kapuzinerkresse isst (mensch) in der Suppe (mit Kartoffeln), die Blüten im Salat, den sie reizvoll verzieren, die Knospen wie Kapern in Essig eingelegt. (M)

Die Blätter des Borretsch isst (mensch) wie Spinat und seine Blüten würzen Salate. (M)

Der Zuckergehalt des Bärenklaustengels ist so groß, dass (mensch) nach dem Trocknen der Stengel in der Sonne kleine Saftkügelchen abnehmen und als Süßigkeit essen kann.

Die Blätter des Bärenklaus sind ein gutes grünes Gemüse. (Mensch) kann sie auch in die Suppe geben. Der Bärenklau ist für Magen und Darm sehr verträglich.

Wacholderbeeren sind ein beliebtes Küchengewürz für Sauerkraut und Wildbret. (F)

Der Aufguss von Blättern des echten Ehrenpreis (Veronica officinalis, im Volksmund Kohlbrennerkraut, Köhlerkraut, Heil aller Welt, Grundheil) wird als brauchbarer Ersatz für den geringwertigen chinesischen (schwarzen) Tee benutzt. Zu diesem Zwecke mischt (mensch) 50g Ehrenpreis, 50g Kirschblätter, 10g Kakaoschalen, 2g Zimt und je eine kleine Prise Gewürznelken und Piment zusammen.
Für Personen, die den chinesischen Tee nicht vertragen, eignet sich eine Mischung von 10 Teilen Ehrenpreis, 2 Teilen Melissenkraut, 2 Teilen Orangenblätter, 1 Teil Pfefferminzkraut und 1 Teil Sternanis. Im Volksmund heißt diese Mischung „Tee der heiligen Veronika“. (F)

Eine Suppe aus Spitzwegerichblättern schmeckt wie Pilzsuppe. (H)

Die Blüten und Blätter des Rotklees können gegessen werden. Besonders lecker im Schokoladenfondue… (H)

Narben
Schafgarbensaft fördert die Vernarbung. (M)

Nase
Geriebener frischer Meerrettich hat als Auflage auf die (vorher mit Öl eingeriebene Nase und die Nebenhöhlen) Nebenhöhlen eine freimachende Wirkung. (H)

Nasenbluten
Brennesseltee hemmt Nasenbluten.

Nervenstärkung
Für die Stärkung der Nerven: Tee aus gedörrten Apfelschalen, Melissenblätter, Zitronensaft, Zimtstengel und Honig trinken.
Wurzel des Baldrian im Frühling ausgraben. Trocknen, pulverisieren. Daraus einen Tee zubereiten. (K)

Rosmarin wirkt anregend. (M)

Nervosität

Spargel wirkt anregend. Aus diesem Grunde sollten Übernervöse darauf verzichten.

Bei zerrütteten Nerven sei Sellerie Ihre Nahrung und Ihr Heilmittel, sagte schon Hippokrates vor fast 2500 Jahren. (M)

Nervösen Menschen sichert Weißdornblütentee eine sanfte, friedliche Nacht.

Das Eisenkraut (Verbena officinalis) ist ein starkes Heilmittel für das Nervensystem. Es wirkt gegen nervöse Störungen und hilft gegen Stress. (H)

Neuralgien
(Schmerzen, die auf das Verbreitungsgebiet eines Nerves beschränkt sind)

Neuralgien können durch ein Kataplasma mit heißem, gehacktem Kohl, der in Zellstoff gewickelt und auf die schmerzende Stelle aufgelegt wird, gelindert werden. (M)

Niere
„… wie oft habe ich in meiner Heimat gesehen, wie die alten Leute ein Kohlblatt in den Flanellwickel steckten, mit dem sie sich im Winter die Nieren warm hielten.“ (M)

Der Maisbart als täglich getrunkener Aufguss erleichtert Nierenkoliken und hartnäckigen Blasenkatarrh.

Die zerstoßenen Kerne der Hagebutte ergeben eine Teeabkochung, die vielfach gegen Nierenleiden genommen wird (F)

Nach Kneipp soll Lindenblütentee auch gegen Nierenleiden gut sein. (F)

Die Brennessel unterstützt stark die Nierenfunktion. (H)

Kategorie Heilpflanzen | 0 Kommentare » veröffentlicht am 30. September 2008